Die 5 wichtigsten Elemente im Inbound Marketing (und was du bei jedem beachten musst)

Von Vladislav Melnik 26

Was ist Inbound Marketing?

Das haben wir bereits im Detail besprochen.

Beim Inbound Marketing geht es darum, sich ein wenig zurückzulehnen und die Kunden zu einem kommen zu lassen. So betreibst du z. B. keine Kaltakquise, sondern ziehst Interessenten an, die langsam zu Kunden werden.

Damit zwingst du deinen Interessenten nicht, zum Kunden zu werden. Er macht es freiwillig.

Inbound Marketing besteht aus vielen Bestandteilen. Aber welche davon sind die Wichtigsten? Und was muss man bei ihnen beachten?

Genau darauf gehen wir in diesem Beitrag ein.

Voraussetzung und Zielsetzung

Die Voraussetzung für erfolgreiches Marketing ist immer eine Buyer Persona. Du solltest haargenau wissen, wen du ansprechen möchtest:

Egal welche Nachricht du sendest, du solltest immer wissen, wer der Empfänger ist.

Wenn du eine Buyer Persona erstellt hast, solltest du dir eine weitere Frage beantworten: Was möchtest du damit eigentlich erreichen?

In der Regel ist es mehr Wachstum und mehr Umsatz. Jedes Unternehmen möchte noch mehr Verkäufe und noch schneller wachsen. Aber du kannst auch andere Ziele verfolgen:

  • Höhere Profitabilität
  • Mehr Markenbekanntheit
  • Stärkere Kundenbindung
  • Besserer Customer Service
  • Mehr Leads
  • Mehr Wiederholungskäufe
  • Mehr Empfehlungen
  • Leichtere Mitarbeitergewinnung
  • Kostensenkung
  • Automatisierter Verkaufsprozess
  • Community Building
  • Thought-Leadership-Position

Sei dir deshalb immer über dein Ziel im Klaren und richte dein komplettes Inbound Marketing nur auf dieses Ziel.

1. Content

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Content ist das wichtigste Element im Inbound Marketing. Es ist die Basis, worauf alles beruht.

Beim Outbound Marketing erkaufst du dir die Reichweite. Beim Inbound Marketing verdienst du sie dir.

Aber um dir die Reichweite zu verdienen, brauchst du zuerst etwas, um deine potenziellen Kunden überhaupt anzuziehen. Content übernimmt hier diese Aufgabe.

Content ist so wichtig, weil 53% der Menschen im Internet direkt Zeit damit verbringen, Content zu konsumieren. Viele Kunden in vielen Branchen erwarten mittlerweile nicht nur Features, Benefits und einen Call to Action. Sie erwarten Content.

Joe Pulizzi vom Content Marketing Institute beschreibt Content Marketing wie folgt: „Content Marketing ist ein strategischer Marketingansatz, der sich darauf fokussiert, hochwertigen, relevanten und konsistenten Content zu erstellen und zu verbreiten, um ein klar definiertes Publikum anzuziehen und zu binden – und, letztlich, eine profitable Kundenaktion daraus zu erzielen.“

Ich bin davon überzeugt, dass ein Content Hub die Unternehmenspräsenz der Zukunft ist. Langweilige Broschüren-Webseiten gehören der Vergangenheit an. Dein Content-Archiv wird deine Webseite.

1.1 Content-Planung

Bevor du mit dem Content Marketing anfängst, solltest du klären, welche Strategie du verfolgst. Möchtest du News Content oder Evergreen Content erstellen? Ich rate immer zu zeitlosen Inhalten, die am besten in fünf Jahren ihre Wichtigkeit immer noch nicht verloren haben.

In diesem Schritt ist es auch wichtig zu überlegen, wie oft du veröffentlichen möchtest. Regelmäßigkeit demonstriert Verlässlichkeit, Vertrauen und Seriosität. Vor allem wirst du nicht als „kleiner Corporate Blog“, sondern als ernst zu nehmende Publikation wahrgenommen.

Einmal in der Woche ist hier ein guter Richtwert. Generell gilt die Faustregel, wie mehr, desto besser. Vorausgesetzt die Qualität bleibt gleich. Unsere Kollegen drüben bei HubSpot veröffentlichen auf dem englischsprachigen Blog drei Beiträge am Tag. Das ist ordentlich! 😉

Außerdem solltest du dich am Anfang für ein Medium entscheiden. Wähle entweder Text, Audio oder Video aus. Meistere es und nehme danach ein Weiteres dazu.

Nachdem du dich auf ein Medium festgelegt hast, kommen die verschiedenen Formate ins Spiel:

  • Artikel – Normaler Content in Textform wie Anleitungen, Studien, Analysen und Case Studies.
  • List Posts – Auch wenn diese ein schlechtes Image haben, funktionieren sie einfach sehr gut.
  • Infografiken – Sie sind so spannend, weil sie innerhalb kürzester Zeit eine Menge Mehrwert liefern.
  • Podcasts – Podcast-Episoden sind so stark, weil die persönliche Stimme eine Menge Vertrauen aufbaut.
  • Videos – Sie sind noch eine Stufe stärker als Podcasts, weil sie noch persönlicher sind.
  • Webinare – Sie funktionieren einfach sehr gut, weil sie live sind und einen Event-Charakter haben.
  • Interviews – Sie sind so spannend, weil der Interviewgast in der Regel sein Interview mit seinen Followern teilt.
  • PDF’s – Egal ob E-Book, White Paper oder Guide, dieses Format wird schön aufbereitet und wirkt daher noch hochwertiger.
  • Community Content – Egal ob Q&A’s, FAQ’s oder AMA’s. Hier beziehst du dein Publikum aktiv in die Content-Erstellung mit ein.
  • Content, der gesagt werden muss – Themen, die dir auf dem Herzen liegen, Trends oder Prognosen, die deine gesamte Branche betreffen und die einfach aus deinem System müssen.

Jetzt weißt du über alle wichtigen Punkte Bescheid. Danach recherchierst du potenziellen Content und überlegst dir verschiedene Content-Ideen. Diese gießt du dann abschließend in deinen Redaktionsplan:

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Da wir heute in einer sehr schnelllebigen Zeit leben, rate ich dir, nicht zu weit in die Zukunft zu planen. 3-6 Monate sind ein guter Richtwert und reichen völlig aus.

1.2 Content-Recherche

Hier gehen wir näher darauf ein, welchen Content deine Zielgruppe konsumieren möchte.

Wir haben bereits über die Customer Journey im Inbound Marketing gesprochen. Daher ist es wichtig, dass du für jede der 5 Phasen Content zur Verfügung stellst:

  1. Awareness (Bewusstsein)
  2. Consideration (Überlegung)
  3. Conversion (Konvertierung)
  4. Retention (Erhalt)
  5. Advocacy (Befürwortung)

Außerdem kannst du schöne Marktforschung via Social Media betreiben und schauen, was deine Zielgruppe dort so macht. Wonach suchen sie? Worüber reden sie? Was interessiert sie? Alleine eine einfache Keyword-Recherche auf Twitter, Google und Google Trends kann dir spannende Insights liefern.

1.3 Content-Erstellung

Guter Content fängt immer mit einer guten Überschrift an. Die Überschrift ist das wichtigste Element. Wenn die Überschrift nicht überzeugt, kann dein Inhalt auch noch so gut sein. Gehe deshalb immer sicher, dass du dir ausreichend Zeit für die Überschrift nimmst und diese einen Nutzen beinhaltet.

Der erste Satz ist das zweitwichtigste Element. Dieser sollte möglichst kurz, knapp und verlockend sein. Du kannst z. B. entweder eine Frage stellen, ein Statement machen oder eine interessante Statistik liefern.

Egal ob du dich für Text, Audio oder Video entscheidest, führe immer eine lebhafte und persönliche Unterhaltung mit einer Person. Benutze ruhig Alltagssprache und erzähle Geschichten. Wenn du Text im Einsatz hast, achte auch darauf, dass dieser eine ordentliche Formatierung hat. Generell heißt es, vor allem im Werbetexten:

Sei klar. Nicht clever.

Abschließend macht es immer Sinn, den Kern in einem Fazit zusammenzufassen. Egal welches Content-Medium, ich vermisse oft eine gute Zusammenfassung. Vor allem der letzte Satz ist entscheidend. Benutze dafür z. B. eine Frage, die einen Dialog mit deinem Publikum einleitet, eine direkte Handlungsaufforderung oder, so richtig Breaking-Bad-mäßig, einen spannenden Cliffhanger.

Außerdem macht es bei der Content-Erstellung Sinn, die Viralität gleich einzubauen. Jonah Berger hat sich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt und seine Erkenntnisse in „Contagious“ zusammengetragen. Im Kern sind es folgende drei Elemente:

  • Emotional – Ehrfurcht, Wut, Sorge, Angst, Freude, Begierde und Überraschung sind Emotionen, die immer wieder in Studien auftauchen.
  • Positiv – Auch wenn negative Schlagzeilen gerne die Runde machen, zeigen Studien immer wieder, dass positive Inhalte sich noch besser verbreiten.
  • Praktisch – Detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen erzeugen so unglaublich viel Mehrwert, dass sie sich einfach sehr gut verbreiten.

Wenn du noch ein paar weitere Tipps haben möchtest: Je länger der Inhalt, desto besser. Auch kann schon ein Bild im eigentlichen Text die Viralität erhöhen. Hinzu kommt noch, dass ein Share eines Influencers einen Multiplikatoreffekt haben kann.

1.4 Content Seeding

Großartiger Content kann noch so gut sein, dennoch kann es sein, dass er nicht gefunden wird. Deshalb musst du selbst hochwertigen Inhalt aktiv promoten.

Vielleicht denkst du zuerst an die automatische Content-Promotion. Aber hier wäre ich sehr vorsichtig. Wenn du zu stark automatisierst, kann es nach hinten losgehen.

Um jetzt relativ schnell deinen Content zu promoten, hast du folgende Möglichkeiten:

  • Eigenes Publikum – Hier sind zuerst die eigenen Social-Media-Kanäle und deine E-Mail-Liste zu nennen. Falls du bereits ein kleines Publikum oder Following hast, macht es natürlich immer Sinn, ihnen auch Bescheid zu sagen.
  • Kommentare – Das ist ein einfacher und schneller Weg, um ein bisschen Bewegung reinzubekommen. Erwarte hier zwar nicht zu viel, aber für den Anfang sind Kommentare auf Blogs, Magazinen oder Foren ganz in Ordnung. Wichtig ist hierbei, dass du Mehrwert lieferst. Kommentare sind auch Content. Wenn’s passt, verlinke auch ruhig zu deinen eigenen Beiträgen. Wenn du bei dem Influencer präsent bist, ist das ein wunderbarer Türöffner.
  • Influencer Marketing – Oft werden als Influencer nur Blogger angesehen. Aber ein Influencer ist jeder, der Zugang zu einem Publikum hat, das du erreichen möchtest. Das kann ein Blogger sein, aber auch ein Magazin, eine Fernsehsendung, ein Journalist, ein Promi oder einfach jemand mit einem großen Social-Media-Following. Um jetzt eine solide Beziehung zu ihnen aufzubauen brauchst du Ausdauer, Intelligenz und Kreativität.
  • Gastbeiträge – Wenn du eine Beziehung zu deinem Influencer aufgebaut hast, kannst du ihn um einen Gastbeitrag in Form eines Artikels oder Interviews bitten. Das ist auch aus SEO-Sicht eine wunderbare Strategie, weil du hier Kontrolle über die platzierten Links hast. Auch denkt man hier gerne nur an Blogs. Aber auch ein Beitrag in einem Online-Magazin, einer Print-Publikation oder ein Interview in einer TV-Talkshow sind Gastbeiträge. Das ist eine der effektiven Methoden, um seinen Content zu verbreiten. Diesen Punkt solltest du nicht unterschätzen.
  • Anzeigen – Egal auf welches soziale Netzwerk du dich fokussiert, die meisten bieten mittlerweile bezahlte Anzeigen an. Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht und auch viele Case Studies belegen das Ganze. Ist ja auch logisch. Du bewirbst nicht dein Produkt oder deine Dienstleistung, sondern hilfreichen Content. Content, den dein potenzieller Kunde auch manuell herausgesucht hätte.
  • Sonstiges – Wenn du weitere Ressourcen zur Verfügung hast und noch etwas kreativ werden möchtest, kannst du gerne mit Sponsored Posts oder mit Badges rumspielen. Mit Letzterem hat Mint auch sehr gute Erfahrungen gemacht.

Im Grunde sind das ähnliche Themen, die PR-Fachleute den ganzen Tag machen. Bloß bewirbst du keine langweilige Pressemitteilung, die über dein Unternehmen handelt, sondern hochwertigen Content, der sich auf deinen potenziellen Kunden fokussiert.

2. Social Media

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Social Media ist ein wunderbarer Ort, um potenzielle Kunden anzuziehen und die Beziehung zu Bestandskunden zu festigen. Daher ist es wie gemacht fürs Inbound Marketing.

Bei der Auswahl des sozialen Netzwerkes solltest du zuerst darauf achten, nicht nur nach der Größe zu gehen. Nicht immer ist Facebook die richtige Wahl. Relevanz ist hier entscheidend. Im B2B-Bereich ist Xing oder LinkedIn in der Regel die bessere Wahl. Gehe immer dort hin, wo deine Zielgruppe abhängt.

In sozialen Netzwerken geht es immer darum, sich mit Menschen zu verbinden, mit ihnen zu interagieren und Dinge miteinander zu teilen. Deshalb ist es ein wunderbarer Ort, um Interessenten zu erreichen. Aber auch ein Ort, wo du hervorragend die Beziehung zu deinen Influencern pflegen kannst.

Genauer gesagt solltest du deinen Content mit deinen Interessenten, Kunden und Influencern teilen. Aber du solltest sie nicht mit deinen Inhalten überschütten! Das würde nicht unserer Inbound-Marketing-Kultur entsprechen. Vielleicht klingt das jetzt etwas ironisch, aber du solltest dich darauf fokussieren, die Inhalte von anderen zu teilen:

Teile 70% fremde Inhalte und nur 30% eigene Inhalte.

Vielleicht klingt das unverhältnismäßig hoch, ist aber der richtige Weg. Das Ganze nennt man auch Content Curation. Du sorgst und pflegst also wie ein Kurator in einem Museum die Inhalte deiner gesamten Branche. Dadurch baust du ordentlich Vertrauen und Goodwill auf. Mit der Zeit wird dann auch dein Following wachsen, weil du zu der Go-to-Ressource auf Social Media zu diesem Thema geworden bist.

Wichtig ist auch, dass du eine roboterartige Herangehensweise vermeidest. Lass auch die Finger von irgendwelche dubiosen Following-Tools. Sei lieber in Gruppen aktiv und liefere Mehrwert, teile hochwertige Inhalte und führe einen echten Dialog.

Ein Mix aus Content-Erstellung und Content Curation ist perfekt und hilft dir mit der Zeit, eine größere Bekanntheit und eine Tought-Leadership-Position aufzubauen sowie neue Kunden zu gewinnen.

3. Search

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Auch passt die Suchmaschine perfekt ins Inbound Marketing. Diese hat nämlich die primäre Aufgabe, dem Suchenden den besten und passendsten Content zu liefern. Aus diesem Grund macht es auch Sinn, seinen Content für die Suchmaschine anzupassen.

3.1 Keyword-Recherche

Wenn es darum geht, die Suchmaschine zu benutzen, sprechen deine Kunden manchmal eine andere Sprache. Mit einer guten alten Keyword-Recherche findest du nicht nur spannende Themen-Ideen für deine Zielgruppe, sondern erfährst auch, wie die Nachfrage zu diesen Themen ist.

Hierbei solltest du hauptsächlich auf folgende zwei Kennzahlen schauen:

  • Suchvolumen – Hier erfährst du, wie oft nach diesem Keyword in einem bestimmten Zeitraum gesucht wird.
  • Konkurrenz – Hier erfährst du, wie viele andere starke Webseiten für dieses Keyword ranken.

Wenn du beide Kennzahlen miteinander vergleichst, kannst du dir einen guten Überblick machen, ob sich der Aufwand lohnt, einen Beitrag dafür zu erstellen und wie hart es wird, damit in Zukunft zu ranken.

Befindest du dich in der Phase der Content-Planung, kannst du gleich nachdem du eine Menge Content-Ideen gebrainstormt hast, für diese eine Keyword-Recherche durchführen. Damit hast du gleich zu jeder Idee die nötigen Kennzahlen. Diese Daten kannst du schön in eine Tabelle einpflegen und regelmäßigen pflegen.

Bei diesem Schritt ist es auch noch wichtig, die zwei Arten von Keywords zu kennen:

  • Short Head Keywords – Das sind kurze Suchphrasen, wo viel Suchvolumen, aber dementsprechend auch viel Konkurrenz herrscht.
  • Longtail Keywords – Das sind langkettige Suchphrasen, wo wenig Suchvolumen, aber dementsprechend auch wenig Konkurrenz herrscht.

Wie man am besten mit beiden arbeitet, da kommen wir gleich bei den Content Landing Pages darauf zu sprechen.

3.2 OnPage-Optimierung

Die OnPage-Optimierung beschäftigt sich mit der Optimierung der Seite an sich.

Zu aller erst ist es wichtig, dass du deinen Beitrag nicht auf zu viele Keywords optimierst. Der einfachheitshalber kannst du dich am Anfang nur auf ein Fokus-Keyword beschränken. Auch langfristig würde ich mich nicht auf mehr als drei Keywords pro Beitrag fokussieren.

Achte ansonsten hier darauf, dass dein Fokus-Keyword in folgenden Elementen vorkommt:

  • Titel Tag
  • H1-Überschrift
  • URL
  • H2- und H3-Überschriften
  • Im eigentlichen Text
  • Fett oder kursiv
  • Bild, Alt-Attribut und Dateiname
  • Meta Description

Wichtig ist auch, dass du damit nicht übertreibst. Wenn etwas der Suchmaschine gefallen würde, aber nicht dem Menschen, dann entscheide dich im Zweifel immer für den Menschen!

3.3 OffPage-Optimierung

Bei der OffPage-Optimierung handelt es sich dagegen um die Optimierung außerhalb der eigenen Seite.

Es gibt zwar mehr als 200 Rankingfaktoren, aber hier geht es um die Reputation der Seite im Internet. Diese wird hauptsächlich durch eingehende Links bestimmt.

Genauer gesagt berücksichtigt der Googlebot zuerst quantitative Faktoren. Das heißt, wie viele eingehende Links deine Seite hat. Das ist im Groben auch das Prinzip, worauf Google beruht.

Aber mittlerweile fließen auch qualitative Faktoren hinzu, die du nicht unterschätzen solltest:

  • Link-Relevanz – Der Googlebot ist intelligent genug und kann festellen, ob der Link von einer thematisch relevanten oder unrelevanten Seite kommt.
  • Link-Autorität – Eine Webseite wie z. B. der Spiegel hat eine große Autorität, weil sie eine gewisse Richtigkeit und Genauigkeit vorleben müssen als eine Spammerseite.
  • Link Trust – Hier geht’s darum, wie vertrauenswürdig eine Webseite ist. Ein Link von einer billigen Pornoseite ist nicht so vertrauenswürdig wie ein Link von einer seriösen Universität.
  • Ankertext – Auch der Linktext ist entscheidend. Ein Link mit dem Ankertext „Inbound Marketing“ hat eine stärkere Bedeutung für uns als ein Link mit „affenstarke Webseite“ als Linktext.
  • Sonstiges – Außerdem gibt’s noch Feinheiten wie z. B. die Position des Links (so wird ein Link im eigentlichen Content mehr gewertet als ein Link in der Sidebar) oder auch das Alter spielt eine Rolle.

Generell ist ein natürliches Linkprofil sehr wichtig. Wenn du innerhalb eines Tages hunderte Links für eine neue Webseite generierst, dann ist das etwas zu krass. Deshalb ist es der beste und einfachste Weg, sich genügend Ressourcen zu nehmen und wirklich hochwertigen Content zu erstellen. Dieser sollte dann so viel Mehrwert erzeugen, dass er mit der Zeit einfach verlinkt wird. Das ist eine Strategie, die selbst Google empfiehlt.

An dieser Stelle dürfen wir auch die Social Signals wie Social Shares und Social Links nicht vergessen, die das Ranking sicherlich beeinflussen. Es gibt sogar Spekulationen, dass die Autorität des Influencers beim Teilen Auswirkung auf das Ranking hat. Deshalb macht es sogar aus SEO-Sicht Sinn, Influencer Marketing zu betreiben.

Hier sehen wir auch noch mal schön, wie sich Content, Social Media und Search ergänzen.

3.4 Content Landing Pages

Kommen wir jetzt zu einem kleinen und unscheinbaren Element, das oft unterschätzt wird, dass es aber wirklich in sich hat.

Content Landing Pages sind einfache Kategorie-Seiten, die sich um ein bestimmtes Thema drehen und dazu eine Menge hochwertigen Content liefern. Du kannst dir das z. B. wie eine einfache Artikelserie vorstellen, die auf einer eigenständigen Seite zusammengefasst und für ein bestimmtes Fokus-Keyword optimiert wurde. Damit erfüllen wir alle OnPage-Faktoren und liefern zusätzlich eine Menge Mehrwert. Außerdem verlinken wir von intern sowie extern immer wieder zu dieser Kategorie-Seite und sorgen auch dafür, dass alle OffPage-Faktoren berücksichtigt werden.

Wie vorhin erwähnt, gibt es Short Head Keywords und Longtail Keywords. Bei Longtail Keywords reicht es in der Regel aus, einen passenden Beitrag dafür zu erstellen. Bei Short Head Keywords dagegen ist die Konkurrenz größer. Deshalb solltest du eine langfristigere Strategie wählen und den Umweg über Content Landing Pages machen.

4. Conversion

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Mit all den besprochenen Elementen ziehst du auf angenehme Art und Weise Besucher auf deine Webseite. Alles schön und gut.

Aber wenn du jetzt nichts weiter machst, hat du nicht ganzheitlich gedacht. Denn wenn dein Besucher wieder verschwindet, ist er vielleicht weg für immer. Deshalb brauchst du ganz im Zuge des Permission Marketings die Erlaubnis, deinen potenziellen Kunden kontaktieren zu dürfen. Dein Ziel sollte es daher immer sein, deinen Besucher zu irgendeiner Conversion, zu irgendeiner Handlung zu animieren. Es bringt deinem Unternehmenswachstum wenig, wenn du zwar 10.000 Besucher hast, davon aber keiner konvertiert.

Genau das ist auch der große Vorteil am Inbound Marketing. Diese Disziplin fokussiert sich immer auf die Converion seitens des Kunden. Das ist für Unternehmen, die wachsen wollen, essenziell. Andere verwandte Marketingmethoden lassen diesen wichtigen Punkt gerne außer acht.

4.1 Calls to Action

Um deinen Besucher zu einer Conversion zu bringen, arbeitest du zuerst mit Calls to Action, mit direkten Handlungsaufforderungen. Das kann z. B. ein einfacher Button, ein Banner oder ein E-Mail-Formular sein. Hier solltest du den Nutzen der Handlung kommunizieren und ein glasklares Angebot machen. Das einfachste Angebot wären kostenlose Updates. Aber noch bessere wäre ein Give-away in Form eines E-Books oder E-Mai-Kurses. Das kommuniziert und liefert mehr Mehrwert und ist daher schmackhafter für deinen Kunden.

4.2 E-Mail-Marketing

In der Regel hast du einen Call to Action für ein E-Mail-Abonnement (oder solltest zumindest einen haben). Leider wird E-Mail-Marketing von kleinen Unternehmen gerne unterschätzt. Und das, obwohl Studien immer wieder zeigen, dass E-Mail-Marketing einen super hohen ROI hat. Generell ist E-Mail immer der stärkste Kanal. Das sehe ich nicht nur bei uns so, sondern auch bei anderen Case Studies. Wenn wir ein Mailing senden, klicken hunderte Menschen innerhalb kurzer Zeit weiter zur Webseite durch. E-Mail ist so mächtig, weil es ein sehr persönliches Medium ist. Ich lasse nicht jeden in meine Inbox. Aber wenn er drin ist, kriegt er auch die Aufmerksamkeit, die er verdient.

4.3 Landing Pages

Abschließend arbeitest du mit Landing Pages. Eine Landing Page ist eine einfache Seite, die nur ein Ziel hat – nämlich die Conversion. Deshalb ist sie auch auf das Wesentliche reduziert und liefert möglichst keine Ablenkungen.

Wenn du bei deinem Call to Action z. B. eine kostenlose Erstberatung mit einem großen Formular anbieten möchtest, hast du dafür in der Regel zu wenig Platz. Deshalb solltest du hier mit einem Klick auf „Mehr erfahren“ auf eine eigenständige Landing Page verlinken, wo du in Ruhe und im Detail den Nutzen und die Eigenschaften des Angebots klar kommunizierst.

Noch passender sind Landing Pages jedoch für deine Produkte oder Dienstleistungen. Nachdem dein Besucher den Call to Action ausgefüllt hat, wurde er zum E-Mail-Abonnenten. Danach hat er regelmäßig hochwertige Inhalte von dir konsumiert und dadurch Vertrauen und ein Beziehungsverhältnis aufgebaut. Abschließend leitest du ihn dann irgendwann auf eine Landing Page, wo du deine Lösung anbietest. Wenn er bereit ist und die Lösung ihm einen Nutzen liefert, wird er zuschlagen.

5. Analytics

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Abschließend solltest du natürlich wichtige KPI’s messen. Es gibt viele Tools wie Google Analytics, die dir dabei helfen und Kennzahlen über alles Mögliche liefern.

Aber du kannst dich hier schnell in unwichtigen Details verlieren. Deshalb sind hier einige Kennzahlen, auf die du schauen solltest:

  • Social Shares – Social Shares sind eine schnelle Möglichkeit, um zu checken, ob dein Content bei deinem Publikum Anklang findet und generell hochwertig ist. Guter Inhalt wird einfach oft geteilt.
  • Eindeutige Besucher – Nach einer gewissen Zeit sollte sich auch langsam die Anzahl deiner eindeutigen Besucher steigern, da du guten Content im Einsatz hast.
  • Conversion – Wie bereits erwähnt, ist die Handlung deiner Besucher entscheidend. Deshalb solltest du immer einen Blick auf die Anzahl der Conversions über einen bestimmten Zeitraum haben.
  • Conversion Rate – Die Conversion Rate verrät dir, wie viele deiner Besucher eine Conversion durchgeführt haben. Mit dieser Kennzahl kannst du benchmarken und dich mit dem Branchendurchschnitt oder anderen Unternehmen vergleichen.
  • Social Media Traffic – Da du dich auf Social Media fokussieren solltest, solltest du tracken, woher die Besucher herkommen. War Facebook vielleicht doch nicht das richtige Netzwerk?
  • Rankings – Die Rankings in der Suchmaschine solltest du auch regelmäßig monitoren, um zu wissen, ob du an einem bestimmten Beitrag noch etwas optimieren solltest.
  • Organischer Traffic – Auch der Traffic über die Suchmaschine sollte sich spätestens nach sechs bis zwölf Monaten langsam aber sicher steigern.
  • Eingehende Links – Je mehr eingehende Links du hast, desto stärker wird deine gesamte Domain. Das sorgt dann wiederum dafür, dass dein Ranking für alle Beiträge und Seiten höher steigt.
  • Umsatz – Selbstverständlich sollte deine Inbound-Marketing-Strategie deinen Umsatz und deine Verkäufe langsam aber sicher in die Höhe treiben.
  • Revenue per Lead – Das ist eine interessante und wichtige Kennzahl, die zu wenige Unternehmen tracken. Hier geht es darum, den Umsatz durch die Anzahl der Leads zu teilen. Damit weißt du, wie viel Umsatz ein Lead macht und wie viel du für die Akquisition eines Leads ausgeben kannst.

Tracke diese Kennzahlen zwar regelmäßig, aber lasse dich nicht wahnsinnig machen. Einmal in der Woche ist ein guter Richtwert und sollte zeitlich drin sein.

Fazit

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass Inbound Marketing im Wesentlichen aus folgenden Marketingmethoden besteht:

  1. Content Marketing
  2. Social Media Marketing
  3. Suchmaschinenoptimierung
  4. Calls to Action
  5. E-Mail-Marketing
  6. Landing Pages

Das Schöne an diesen Methoden ist, dass sie zusammen besser arbeiten als alleine. Es gibt eine feste Beziehung zwischen Content, Social Media, Search und Conversions. Außerdem machst du dir nicht nur Gedanken, wie du diesen Monat mehr verkaufst, sondern beeinflusst die Kaufentscheidung für den nächsten Monat, für das nächste Jahr oder sogar für die nächsten fünf bis zehn Jahre.

Wenn du jetzt mit Inbound Marketing starten oder deine aktuelle Strategie überarbeiten möchtest, halte dich an folgenden Plan: Starte klein. Erstelle eine Buyer Persona und mache dir Gedanken über ihre Customer Journey. Beginne mit einem simplen Content Hub mit drei bis fünf Inhalten. Fokussiere dich auf ein bis drei relevante soziale Netzwerke. Wähle fünf Influencer aus und starte mit der Promotion!

So baust du dir schnell ein Grundgerüst auf, welches du danach einfach weiter optimieren solltest. Mit der Zeit wachsen deine Kennzahlen wie die Besucher, die Conversions und der Umsatz langsam in die Höhe. In dieser Zeit baust du dir automatisch ein Publikum und eine Community um dein Unternehmen auf und nimmst eine Tought-Leadership-Position ein.

Neulich habe ich „Optimize“ von Lee Odeen gelesen und er gab ein schönes Beispiel für die Effektivität dieser Methode. Mit seinem TopRank Marketing Blog hat er und sein Team eine digitale Reichweite erschaffen, die Agenturen zehnmal ihrer Größe haben. Das ist auch ein Punkt, den ich an Inbound Marketing so liebe:

Kleine Unternehmen können einen riesengroßen Marketingkanal aufbauen und mit den größeren Unternehmen ihrer Branche konkurrieren.

Und wer liebt nicht die Geschichte von David gegen Goliath?

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26 Kommentare

  • Toller Beitrag und sehr gute Informationen.. Toll!
  • Kann ich auch Beschädigen ist viele hilfreich:)
  • Viele hilfreiche Informationen, hilft uns sehr weiter.
  • Wir produzieren gerade viel Freecontent, allerdings ziehen wir damit aktuell die falschen Kunden an. Wir bauen die Inhalte grundlegend auf und wollen dann Fortsgeschrittenen- und Experten- kommend veröffentlichen. Aktuell melden sich lediglich kleine Firmen bzw. häufig Privatmenschen bei uns bezüglich unserer Produkte/Dienstleistungen. Ich kann/will diese aufgrund des geringen Umsatzes je Deal nicht als Kunden halten. Kann ich den Experten-Content auch standalone online bringen ohne die Grundlegenden Thematiken um Vorfeld abgedeckt zu haben?
  • Hi Vladi,

    das Geniale ist, dass im Bereich physische Produkte noch sehr wenig Inbound Marketing betrieben wird. Dadurch kann ich mich mit meinem Unternehmen sehr gut abheben.

    MFG Philipp
  • Da bleiben ja mal wieder keine Fragen und Wünsche offen. Danke Vladi für diesen wunderbaren und wirklich mehrwertigen Artikel. Da Du und Dein damaliges Affenbuch "schuld" daran sind, dass ich seit 2 Jahren Bloggerin bin, bin ich natürlich nach wie vor treuer Leser Deiner Artikel. Großartig. Bitte nicht aufhören damit. Dein Mindset-Ninja Elke Dola
  • Super ausführlicher Artikel, war der erste, den ich von Dir gelesen habe. Allerdings sicherlich nicht der letzte. Vielen Dank dafür
    VG somka
  • Hey ho,

    danke für die Blumen! :)
  • Super Artikel wie immer ;)

    Welche Schriftart benutzt du eigentlich für deine Paragraphen?

    Sieht super aus!
  • Besten Dank!

    Proxima Nova, läuft über Typekit. Feine Sache!
  • Wow! Das ist ja echt umfangreich =) Jetzt muss ich es nur noch auf meiner Seite www.52ways.de anwenden. Dafür werde ich deine Bibel aber sicherlich noch ein paar Mal zu Rate ziehen müssen.
  • Hi Dennis,

    sehr cool! Go for it!
  • Hey Vladi,
    ist immer wieder schön von dir zu lesen!

    Mal wieder ein Top-Artikel, kann man einfach nichts anderes zu sagen. Sehr nützliche und vor allem hilfreiche Tipps, besonders für diejenigen die sich mit dem Thema noch nicht so beschäftigt haben.

    LG
    Der Brian
  • Hi Vladi,

    da muss ich dem Walter Recht geben - der Artikel hat es in sich und geht als "kleine Bibel des Inbound Marketings" durch :-) Die Verlinkungen zu den Rankingfaktoren sind ebenfalls sehr gut. Danke fürs teilen!

    LG
  • Hey Vladi,

    Wieder einmal ein sehr guter Artikel.
    Ausführlich und einfach geschrieben.

    Auch wenn ich bereits viel über Inbound Marketing weiss, lerne ich in jedem deiner Posts noch etwas dazu.
    Ich versuche dann auch das gelernte gleich umzusetzen.
  • Hi Vladi,

    Das ist sozusagen die kleine Bibel des Inbound Marketings. So viel zu zeitlosen Inhalten :)

    LG, Walter
  • Wenn Beethoven ein Blogger gewesen wäre, hätte er so einen Artikel geschrieben:
    - klassisch einfach
    - klassisch umfassend
    - kein Gedanke zuviel oder zuwenig
    - kein Wort zuviel oder zuwenig

    Danke für den Spickzettel
  • Hi Andreas,

    vielen lieben Dank für die Blumen! :)
  • Ein Spickzettel. Das ist dieser Artikel wohl. Find ich super. Kann man schön nach und nach abarbeiten.

Was denkst du?

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