Warum du mit deinem Blog unbedingt ein Problem lösen musst

Von Gordon Schönwälder 9

Diese Episode ist wichtig. Verdammt wichtig.

Heute fokussieren wir uns auf das erste von den sieben Elementen, die einen smarten Blogger auszeichen:

Smarte Blogger haben die Probleme ihrer Zielgruppe im Auge.

Du erfährst, warum das so ist und warum ein erfolgreicher Blog wie Huffington Post kein gutes Beispiel dafür darstellt.

In dieser Episode besprechen Vladislav Melnik und ich:

  • Warum jedes große Unternehmen ein Problemlöser ist
  • Warum so viele Blogs da draußen wenig Besucher haben
  • Warum du vom „Thema-Gedanken“ weggehen musst
  • Wie du das Leben deiner Leser verbesserst

Höre den affen on air jetzt zu …

Show Notes

Transkript

Hallo und herzlich willkommen bei den Affen on Air. Mit uns wirst du zum smarten Blogger. Lehn dich zurück und genieße die Show! Heute in der zweiten Episode: Warum du mit deinem Blog unbedingt ein Problem lösen musst.

Gordon: Hallo und herzlich willkommen, liebe Zuhörer bei Affen on Air. Heute schon Episode 002, also die zweite reguläre Episode – das geht fix. Mein Name ist Gordon Schönwälder, und mit dabei natürlich der Vladi.

Vladislav: Moin, Moin.

Gordon: Moin, Moin Vladi. Alles okay bei dir?

Vladislav: Alles super, und bei dir?

Gordon: Ja, auch alles gut. Lass uns mal kurz in das "Moin Moin" einsteigen. Wir überbrücken heute nämlich eine Distanz. Ich sitze hier im verregneten Rheinland bei Düsseldorf, und der Vladi sitzt in Hamburg, richtig?

Vladislav: Nein, an der Nordseeküste, in Bremerhaven.

Gordon: In Bremerhaven!

Vladislav: Da ist es aber auch verregnet.

Gordon: Ah okay. Wieso habe ich denn Hamburg im Kopf?

Vladislav: Ich weiß nicht. Vielleicht, weil es in der Nähe ist? Hamburg ist ja nicht so weit weg.

Gordon: Wie weit ist Hamburg von dir weg?

Vladislav: Oh, ich bin echt schlecht im Schätzen – 50? Nein, 50 ist Bremen. Vielleicht so 100 maximal?

Gordon: Ja, das ist ja doch ein Stück, okay.

Vladislav: Ja, es geht.

Gordon: Ich hatte jetzt Hamburg im Kopf, aber Bremerhaven, das ist ja auch gut.

Vladislav: So gut kennst du mich also! (Lacht)

Gordon: (Lacht) Ich wusste auf jeden Fall, dass du ein Nordlicht bist.

Vladislav: Ja, sehr gut.

Gordon: Ja, sehr gut, auf jeden Fall. Vladi, dass ich nicht weiß, wo du herkommst, ist nicht das einzige Problem, was wir heute haben.

Vladislav: Oh ja!

Gordon: Denn heute geht es nur um Probleme (lacht), in dieser Episode. Und zwar steigen wir jetzt quasi ein. Ich möchte noch kurz einen Rückblick machen, wir haben in der letzten Episode darüber gesprochen, was ein smarter Blogger ist und welche sieben Elemente ihn auszeichnen. Diese sieben Elemente, die möchte ich jetzt nicht alle nochmal auflisten, das würde jetzt, glaube ich, den Rahmen sprengen. Aber wenn du die Episode 001 noch nicht gehört hast, dann mach das auf jeden Fall, bevor du diese Episode hörst, weil wir dort darauf eingehen, was ein smarter Blogger überhaupt ist und was der Unterschied zwischen der deutschsprachigen und der englischsprachigen Blogospähre ist. Und diese Episode solltest du auf jeden Fall als Basis gehört haben. Nichtsdestotrotz wollen wir heute das erste Element dieser sieben Elemente etwas mehr in den Fokus rücken, und zwar warum du mit deinem Blog unbedingt ein Problem lösen musst. Richtig, Vladi?

Vladislav: Ganz genau.

Gordon: Als Erstes haben wir auf der Agenda, und das ist so das, was über allem schwebt, dass jedes gute Unternehmen in der Lage ist, ein Problem zu lösen. Der Gedanke ist also nichts Neues, wir haben ihn nur auf den Blog übertragen. Denn smarte Blogger machen das. Korrekt?

Vladislav: Oh ja. Das ist, wie gesagt, im Prinzip nichts Neues. Und wie du schon gesagt hast, jedes gute Unternehmen löst auch ein Problem. Ich meine, wenn ich mir Audi angucke, dann bringt mich Audi auch von A nach B. Ich meine, so ein Auto, das löst ein Problem, nicht wahr?

Gordon: Ja (lacht), das macht VW aber auch, jetzt mal provokativ gesagt.

Vladislav: Ja klar, wir sind aber ja jetzt noch in der Basis. Alle guten Autohersteller lösen ein Problem, sie bringen mich von A nach B.

Gordon: Okay (lacht). Wir haben jetzt hier drei Beispiele, und die fangen alle mit "A" an, fällt mir gerade auf.

Vladislav: Ja, das war der Werbetexter in mir!

Gordon: Okay (lacht)! Aldi – welches Problem löst Aldi?

Vladislav: Das ist auch ein super cooles Problem im Prinzip, es bietet dir günstige Produkte an, damit du Geld sparst. Das ist ein super simples Problem und auch ein super simples Konzept, und es ist super erfolgreich.

Gordon: Absolut, absolut! Das heißt, das Grundproblem war, dass ich natürlich Lebensmittel für mich kaufen muss, wenn ich jetzt aber entweder nicht viel Geld habe oder preisbewusst einkaufen möchte, dann löst Aldi dieses Problem für mich.

Vladislav: Ja, und es sind, glaube ich, die Besten bei dieser Problemlösung.

Gordon: Glaube ich auch.

Vladislav: Das würde ich jetzt so spontan vermuten.

Gordon: Bei euch gibt es Aldi Nord, nicht wahr? Dieses Blaue.

Vladislav: Genau.

Gordon: Siehst du, das ist ein Unterschied zwischen uns, dass wir bei verschiedenen Aldis einkaufen. Das nächste Beispiel, das wir haben, für ein Unternehmen, das Probleme löst, ist Apple. Und bei Apple, das muss ich eben nochmal kurz erzählen, kleines Sorry am Rande, Vladi und ich haben jetzt die einzelnen Episoden auch ein bisschen durchgetaktet, was jetzt so kommt. Und wir hatten gerade das "Problem", dass wir einige Beispiele haben wollten. Und bei Apple ist es uns nicht so leicht gefallen.

Vladislav: Bei Apple ist es einfach das Problem, dass es schwer zu fassen ist, weil es so ein bisschen, ja, spirituell ist, sage ich jetzt mal.

Gordon: Genau, und das ist nämlich das "Warum" bei Apple, da verweise ich nochmals auf Simon Sinek, der das Thema Apple aufgedröselt hat. Simon Sinek verlinke ich in den Show Notes oder verlinken wir in den Show Notes. Also jetzt bitte nichts mitschreiben; zurücklehnen und die Show genießen ist ja die Tagline, das ist die Punchline! Und deswegen, alle Links, die wir nennen, die landen in den Show Notes, du musst nichts mitschreiben und einfach nur den Blog besuchen. Den Link gebe ich dir am Ende oder geben wir dir am Ende. Vielleicht willst du den Link heute mal nennen?

Vladislav: Ich weiß jetzt nicht, welchen Link meinst du? (Lacht)

Gordon: (Lacht) Den Link zu den Show Notes. Ah okay, dann mache ich das nachher. Apple ist ja nicht nur ein Unternehmen, das Computer baut, im Gegensatz zu Dell, Acer oder Sony. Okay, Sony ist ein Unternehmen, das auch andere Sachen baut, aber bei Apple haben wir auch ein Problem gefunden, das sie lösen.

Vladislav: Ja, und zwar: Alle Geräte, die sie anbieten, sind – das ist nämlich das "wie" sie es machen – einfach und schön. Und sie sind so gestaltet, dass sie für jedermann bedienbar sind. Diese Geräte waren vor Apple wesentlich komplexer. Wenn ich mir so einen PC anschaue oder den allerersten PC, da hattest du diese DOS-Eingabemaske, und das Gerät hatte einen schwarzen Hintergrund und einen grünen Schrift, das war alles noch super strange. Und es konnte auch nicht jedermann das Ding bedienen. Und dann kam Apple und hat gesagt, "hey, das ist ein Problem, und das lösen wir einfach".

Gordon: Genau, und ich glaube, Apple waren auch diejenigen, die die Maus erfunden haben. Ist das richtig?

Vladislav: Nein, erfunden hat die irgendjemand, ich weiß gar nicht wer, das ist schon ziemlich lange her. Danach kam – wie hießen die? Ich komme jetzt nicht auf den Namen. Nicht Atari, sondern noch jemand anderes.

Gordon: Keine Ahnung.

Vladislav: Xerox war das, genau! Und die hatten dann ein kleines Team, das frei mit ihren Gedanken herumspielen konnte. Und sie haben das Konzept der Maus genommen und es verbessert. Und Jobs hat sie gesehen und gesagt, "hey, coole Idee, das machen wir auch!" Und das haben sie so herausgebracht, und ich glaube, der Apple 2 hatte bereits eine Maus.

Gordon: Das Konzept ist ja auch genial, wenn man überlegt, vorher musste man einfach irgendwie… auf etwas draufzuklicken, das ist ja total genial, im Vergleich zu einer "Format + C"-Bedienung. Da musste man irgendetwas eingeben und so.

Vladislav: Das hätte ich jetzt nicht gekonnt! Ich hätte diesen PC nicht bedienen können, mit diesem "Format + C" und so einem Scheiß. Und Apple hat es im Prinzip für jedermann möglich gemacht.

Gordon: Wir wollen jetzt auch nicht die Grundsatzdiskussion Apple versus PC auf den Tisch bringen, auch wenn ich… (lacht) nein, ich mache es nicht. Aber im Endeffekt ist es genau das, verschiedene Unternehmen haben ihre Zielgruppe im Blick. "Zielgruppe" ist Thema in unserer nächsten Episode. Apple hat seine Zielgruppe im Blick und löst deren Problem. Gut, jetzt haben wir ein paar Beispiele genannt für gute Unternehmen, die ein Problem lösen. Was ist da noch dahinter, Vladi?

Vladislav: Vor allem für Blogger ist es wichtig, dass der Leser, wenn er auf deinem Blog ist, sich nur für sich selbst interessiert. Es klingt ein bisschen komisch, finde ich.

Gordon: Na ja, wir sind ja alle egozentriert und wollen ja irgendwie, ja…

Vladislav: Ich habe immer das Gefühl, dass das keiner wahrhaben will. Aber es ist halt einfach so, bis zu einem gewissen Grad. Und es ist ja auch irgendwo okay. Vor allem im Internet sind wir rigoros, und ich gucke nur, was ist für mich drin, was habe ich davon? Wenn ich nichts davon habe, dann bin ich auch schnell wieder weg. Und das ist der Grundgedanke, und deswegen ist es so wichtig, dass man sich auf den Leser fokussiert und auf seine Probleme, dass man diese Probleme löst. Man muss eben gucken, okay, was ist für den Leser drin, und wie kann ich für ihn irgendetwas machen? Diese Podcast-Episode, die ist ja auch nicht für uns, sondern sie ist für den Zuhörer.

Gordon: Richtig, genau. Das heißt, wenn ich jetzt reingehe auf so einen Blog oder in einen Podcast und merke, okay, das ist jetzt nichts, was mich anspricht…

Vladislav: Das wäre ja so, wenn wir nur über uns sprechen würden.

Gordon: Oder so, genau. Das ist ja dann dieses Themenhafte, auf das wir gleich noch kommen. Wenn wir jetzt tatsächlich nur über uns sprechen, es sei denn, wir wären die absoluten Mega-Stars, Hollywood-Stars oder so etwas, dann würde man uns vermutlich zuhören, aber wenn sich jetzt nur Gordon und Vladislav über irgendetwas unterhalten, was nichts mit Blog-Business zu tun hat, dann ist es auf die Dauer auch langweilig.

Vladislav: Ja, vor allem noch über uns, das wäre ja noch schlimmer!

Gordon: Oh Mann, ja genau! (Lacht)

Vladislav: Das interessiert ja niemanden!

Gordon: Richtig. Und dieses Egozentrierte oder dieses auf sich selber-Bezogene kann ein Grund sein, warum man auf seinem Blog keine Besucher hat.

Vladislav: Ich würde sogar sagen, es ist der häufigste Grund. Ich bekomme auch viele Mails, und wenn man keine Besucher hat, dann ist es der erste Schritt, über den man sich Gedanken machen soll – löse ich ein Problem? Wenn der Content einfach nicht gut ist oder nicht auf den Leser fokussiert ist, dann bekommt man langfristig auch keine Besucher.

Gordon: Genau, man kann noch so gut schreiben oder mit Worten jonglieren, wenn das nicht zielführend ist für den Leser, dann bleibe ich als Besucher auch nicht und klicke auch keine weitere Seite von dem Blog an, sondern bin weg und suche nach etwas Anderem.

Vladislav: Dann gibt der Blogger dem Leser auch keinen Grund, zu bleiben. Es interessiert ihn ja nicht.

Gordon: Richtig. Also könnte man sagen, wenn jetzt der Blog nicht gut besucht ist, liegt der Fehler dann immer beim Blogger?

Vladislav: Der ist grundsätzlich immer beim Blogger zu finden, ja.

Gordon: Okay, ich kannte die Antwort auf die Frage, aber ich wollte sie einfach mal gestellt haben.

Vladislav: Das ist das Erste, was ich empfehlen würde, worüber man sich Gedanken machen sollte, okay, löse ich ernsthaft ein Problem? Oder schreibe ich nur über irgendetwas?

Gordon: Wir haben ja auch im Vorfeld darüber gesprochen, es gibt durchaus Formate, die damit erfolgreich sind. Wir haben die Huffington Post als Beispiel gehabt, als wir darüber geredet haben.

Vladislav: Das dürfte der größte Blog auf der Welt sein.

Gordon: Ist es auch, auch wenn es daherkommt wie eine Zeitung oder eine Newssammlung. Es ist im Endeffekt ein Blog, ein riesen-, riesen-, riesengroßer Blog. Und es ist auch gar nicht so schwer, da irgendwie… selbst meine Wenigkeit hat dort schon drei Artikel veröffentlicht. Es ist alles andere als eine Kunst, dort etwas zu schreiben. Aber das war dann wiederum Selbstzweck, nicht wahr? Ich wollte dort etwas zu einem Thema schreiben, das ich wichtig fand, aber ich kann nicht sagen, ob ich damit jeden Huffington-Post-Besucher angesprochen habe. Und das ist ja auch gar nicht das Ziel bei der Huffington Post, die will nämlich nur Vielfältigkeit haben. Und das ist nicht das, was wir als smarte Blogger haben wollen.

Vladislav: Huffington Post hat ein anderes Geschäftsmodell, was ja auch völlig okay ist, aber es ist eben gerade nicht dieses Thema "smartes Bloggen".

Gordon: Genau. Noch so ein paar Beispiele, Vladi, vielleicht aus deiner Sicht. Was wäre für einen smarten Blogger ein No-Go?

Vladislav: News fallen mir da sofort ein. Das machen auch viele traditionelle Blogger, die schreiben viel über News. Was auch okay ist, und es hat ja auch irgendwo seine Daseinsberechtigung, aber es ist eben nicht dieses smarte Bloggen. Und Neuigkeiten, die verschwinden schnell, sie sind nicht zeitlos, und Neuigkeiten lösen auch kein Problem. Ich liege nicht nachts um 03:00 Uhr wach und mache mir über irgendwelche Neuigkeiten Sorgen. Aber wenn ich ein Problem habe, wenn ich viel Stress habe zum Beispiel, dann liege ich nachts um 03:00 Uhr wach und überlege, "ja, wie löse ich dieses Problem?" Der Leser ist viel empfänglicher für einen Problemlöse-Inhalt.

Gordon: Richtig, und es geht ja auch im Endeffekt darum, irgendwann damit ein bisschen Geld zu verdienen.

Vladislav: Ja genau, das ist auch etwas, es wäre sehr schwer, das Ganze mit Neuigkeiten zu finanzieren.

Gordon: Wenn wir jetzt mal weggehen von der Huffington Post, eine Seite, die auch eher News anbietet, ist zum Beispiel T3N, die bloggen oder schreiben über alles, was sich um das Thema Online, Online-Marketing dreht. Aber die verkaufen auch keine Dienstleistungen oder Produkte, sondern die finanzieren sich über Banner, glaube ich.

Vladislav: Ich glaube über Banner und auch über das Magazin, das dürfte so ein 50/50-Modell sein.

Gordon: Ja genau. Das ist jetzt nichts, was ein Frevel ist, aber es ist kein Geschäftsmodell, was in dieses "smarte Bloggen", so wie wir es jetzt propagieren, hineinpasst.

Vladislav: Genau, es ist eben einfach etwas Anderes.

Gordon: Genau, es ist nicht schlechter oder besser, aber es ist anders.

Vladislav: Und es ist auch wichtig, dass man seinen Blog eben nicht als Magazin betrachtet. T3N geht ziemlich stark schon in unsere Richtung, würde ich sagen, weil dort eben auch viel Problemlöse-Inhalte sind, aber als großes Ganzes ist der Fokus doch noch ein bisschen anders.

Gordon: Genau, genau. Wir haben jetzt nochmal festgestellt, dass man ein bisschen wegkommt von diesem Themen-Gedanken.

Vladislav: Mir fällt noch etwas zu dem vorherigen Punkt ein, also keine News, man soll den Blog nicht als Magazin betrachten, ein smarter Blog ist eben kein Magazin, ist keine Newsseite und auch keine Entertainment-Seite.

Gordon: Also kein reines Entertainment.

Vladislav: Das wollte ich gerade sagen, was wir machen, das ist ja auch zu einem gewissen Teil Entertainment, aber der Fokus liegt auf dem Lösen von Problemen. Das Entertainment ist nur ein würzendes Beiwerk.

Gordon: Wenn du jetzt als Zuhörer auf die Idee kommst, okay, dann muss mein Blog also eine Menge Zahlen, Daten und Statistiken liefern, die ein Problem lösen, dann kann es aber auch sein, dass dieser Blog nicht so gut besucht wird, weil du zwar vielleicht eine Menge Zahlen, Daten und Fakten zu einem Problem hast, aber der Hörer, Leser muss es natürlich umsetzen und verstehen können.

Vladislav: Und er möchte auch irgendwo unterhalten werden.

Gordon: Also eine Mischung ist es, Entertainment gehört dort auch hinein, aber der Fokus liegt, wie Vladi schon sagte, natürlich auf der Problemlösung.

Vladislav: Und nochmal ganz kurz dazu auch, im Grunde – das habe ich jetzt auch gemerkt – denken viele Blogger noch ziemlich journalistisch. Und wir denken eben anti-journalistisch. Ich weiß, da werden mir viele auf den Fuß treten, aber es ist wirklich so, das smarte Bloggen hat im Prinzip nichts mit Journalismus zu tun oder hat nichts mit diesen klassischen Werten zu tun, die ein Journalist hat. Es ist ein komplett anderer Ansatz, das Feld wird nochmal neu aufgebaut und anders aufgebaut, vor allem.

Gordon: Ja, genau, ich denke, das ist klar. Es ist keine reine Newsseite, kein reines Entertainment, wir bloggen nicht über Mode oder wenn wir über Mode bloggen, dann hat es auch immer einen Problemlösungsansatz. Es geht nicht darum, was Kim Kardashian letzte Woche auf dem Red Carpet getragen hat, sondern wir reden vielleicht darüber, wie Kim Kardashian erfolgreich ein paar Kilos abgenommen hat.

Vladislav: Das wäre eine Möglichkeit, ja.

Gordon: Das wäre eine Möglichkeit, genau.

Vladislav: Aber was ich tragen muss auf dem Roten Teppich oder so, weißt du…?

Gordon: Richtig, genau, falls man auch so ein Hinterteil hat wie Kim Kardashian, wie man das mit den richtigen Klamotten noch mehr betonen kann. Nein, Spaß beiseite, lass uns nochmal kurz zum Thema-Gedanken kommen. Was meinst du mit "weg vom Thema-Gedanken"?

Vladislav: Das hat im Prinzip etwas mit den Punkten davor zu tun. Bei diesen Punkten fokussiert man sich auch oft auf ein Thema, und das machen auch viele Blogger, dass sie sagen, "okay, ich schreibe jetzt über Persönlichkeitsentwicklung". Das ist, wir bereits in der Episode zuvor besprochen, etwas gefährlich. Man muss weg von diesem Thema-Gedanken hin zu diesem "welches Problem löse ich?" Und das Thema ist lediglich Mittel zum Zweck, das Thema ist das Werkzeug, um das Problem zu lösen.

Gordon: Das ist richtig, und das ist ganz eng verknüpft mit der Zielgruppe, die man hat. Das Thema kommt in der nächsten Episode. Wir wollten das jetzt nicht in eine Episode packen, weil das einfach zu viel wäre, wir brauchten eine gewisse Reihenfolge. Aber das Lösen eines Problems geht immer nur, wenn man seine Zielgruppe klar vor Augen hat. In Anbetracht der Zeit, Vladi, lass uns nochmal kurz ein Beispiel konstruieren, wie in einem Blog ein Problem gelöst werde könnte.

Vladislav: Im Prinzip geht es einfach darum, irgendetwas schneller, besser oder einfacher zu machen. Wie macht man das Leben des Lesers schneller, besser oder einfacher? Was kann man verbessern? Und im Prinzip geht es immer darum, dass der Leser mehr von etwas möchte, von dem, was er sich wünscht, mehr Freiheit, mehr Unabhängigkeit, mehr Anerkennung oder weniger von etwas, was er sich nicht wünscht, zum Beispiel weniger Stress. Fällt dir noch etwas ein?

Gordon: Ich denke mal, das Grundprinzip ist klar. Entweder will ich hin zu etwas oder ich will weg von etwas. Und da helfe ich als smarter Blogger dem Leser. Da habe ich letztens einen sehr interessanten Blog gelesen, und zwar war das Grundthema des Blogs weitestgehend die Ernährung – gesunde Ernährung, wie man sich gesund ernährt. Und das Problem der Zielgruppe, beziehungsweise die Zielgruppe sind – wenn ich das richtig verstanden habe – Leute, die im Job sind, die einen stressigen Job haben, egal ob angestellt oder selbständig, und die trotzdem abnehmen möchten. Und das Problem ist, ich kenne das selbst von mir auch – Vladi, du hast ja eher keine Gewichtsprobleme…

Vladislav: (Lacht) Geht so!

Gordon: …aber ich habe zum Beispiel auch das Verlangen, wenn ich tierisch Stress habe, dass ich etwas essen will.

Vladislav: Ja, das habe ich auch.

Gordon: Gut, auch wenn du auf den Bildern nicht so aussiehst und auch letztens auf der Bühne auch bei Weitem nicht so aussahst. Jedenfalls ging es in diesem Blog darum, wie man trotz Stress im Alltag auf Zucker verzichten kann. Es ging also darum, zwei, drei Mindset-Sachen in den Kopf zu bekommen, Gedanken in den Kopf zu bekommen, wie man trotz Stress im Alltag auf Zucker verzichten kann. Und das ist eben das Problem. Das Problem war, "ich habe Stress und will auf Zucker verzichten, weil ich abnehmen will", und dieser Blogartikel gab mir Lösungsansätze.

Vladislav: Selbst für den Alltag quasi, sehr cool.

Gordon: Auch umsetzbar, es war in eine Story eingepackt, das war echt cool gemacht. Man wurde an die Hand genommen und bekam eine Menge Tipps, die man umsetzen konnte. Und ich habe gesehen, dass das auch oft geteilt worden ist, weil das scheinbar auch ein Problem ist, mit dem sich viele herumschlagen, und das dann auch in den Sozialen Medien teilen. Und das ist auch eine ziemlich wichtige Sache, wenn man ein Problem löst, dass man eben diesen Mehrwert schafft, der nicht nur für einen selbst interessant ist, sondern wir wollen uns ja auch profilieren mit dem, was wir wissen, so als Blogleser, und teilen das gerne. Wenn wir solche kleinen Perlen entdecken, dann brüsten wir uns auch damit, indem wir es teilen und anderen zur Verfügung stellen.

Vladislav: Das ist auch mittlerweile ein Ausdruck unseres Selbst geworden. Wir Menschen definieren uns durch den Inhalt, den wir teilen.

Gordon: Na guck, genau!

Vladislav: Mega cool. Oder?

Gordon: Total, ja. Und im Endeffekt, wenn wir ein Problem lösen, dann ist das ein positives Gefühl für denjenigen, der liest.

Vladislav: Genau, das ist ein ganz großer Punkt, ein positiver Impuls. Ich will jetzt nicht sagen, dass du das Leben des Lesers veränderst, aber es ist einfach ein positiver Impuls, er freut sich, und du schenkst ihm quasi ein gutes Gefühl.

Gordon: Genau, und das sorgt dafür, dass der Leser dann auch mit dem Inhalt des Blogs verbunden ist – das gilt jetzt für alles, was Content Marketing betrifft, sich gut fühlt und regelmäßig dort hinkommt.

Vladislav: Ich würde auch sagen, nicht nur mit dem Inhalt, sondern auch mit dem Ersteller, also mit dem Autor.

Gordon: Richtig, genau. Und das ist der erste Schritt zum Aufbau eines Tribes.

Vladislav: Genau, sehr schön, ja.

Gordon: Dass man dem Menschen im Hintergrund, also dem Blogger, auch zeigt, dass das immer ein Geben und Nehmen ist. Man will Kontakt haben zu den Lesern, aber auch den Kontakt zulassen vom Leser zum Blogger. Okay, schlussendlich, wenn wir ein Problem lösen, dann macht das gute Gefühle, das haben wir schon genannt, es schafft Verbundenheit zum Blogger und es sorgt durch das Teilen natürlich auch für mehr Shares und führt dadurch zu mehr Aufmerksamkeit. Und dadurch – und jetzt kommst du Vladi…

Vladislav: …langfristig zu mehr Geld.

Gordon: Richtig.

Vladislav: Nochmal ganz kurz zur Aufmerksamkeit, somit schließt sich auch dieser Punkt, wo ich meinte, dass das der Grund ist, warum man keine Besucher hat. Wenn man ein Problem löst, dann bekommt man genau dadurch, wie wir es gerade beschrieben haben, die Aufmerksamkeit, die man haben möchte. Und nach der Aufmerksamkeit, wenn man weiter kostenlose Inhalte und danach Produkte anbietet, auch das große Geld!

Gordon: Ja genau, selbst, wenn es am Anfang nicht das große Geld ist, kann man seine Liste, seinen Tribe aufbauen, was dann früher oder später auch dafür sorgt, dass man die ersten Euros verdient.

Vladislav: Ganz genau.

Gordon: Wahnsinn!

Vladislav: Sehr cool.

Gordon: Auf jeden Fall. Also, Problemlösen ist das A und O im Blog, und wenn wir heute eine Sache vermitteln wollten, dann ist es das – dass ein Blog ein Problem lösen muss!

Vladislav: Genau, und alle Elemente, alle Produkte, alle Inhalte, alle E-Mails – alles – muss im Prinzip ein Problem lösen, das ist die wichtigste Basis.

Gordon: Alles, genau! Sobald man etwas geschrieben hat, sollte man sich nochmal die Frage stellen, löst das ein Problem? Und manchmal ist man ganz ehrlich zu sich und denkt, "ach, das wollte ich eigentlich nur schreiben, weil ich es wollte".

Vladislav: Oh ja!

Gordon: Und das kommt vor, und dann sollte man trotzdem kritisch hinterfragen, denn wenn auf einmal die Shares und die Kommentare im Blog ausbleiben, dann ist man enttäuscht. Und dann liegt es vielleicht daran, dass man das Problem oder die Zielgruppe nicht so richtig verstanden hat – böse gesagt. Oder?

Vladislav: Ganz genau, exakt.

Gordon: Gut, alles klar. Also, in der nächsten Episode geht es um diese Zielgruppe, die ja extrem wichtig ist, um ein Problem überhaupt zu erkennen. Deswegen beenden wir diese Folge und huschen am besten gleich direkt in die nächste. Also wenn du die Möglichkeit hast, die nächste Folge zu hören, dann mach es, weil Problemlösung geht nur über die richtige Zielgruppe. Gut, die Show Notes zu dieser Episode, also den Link zu Simon Sinek, der das "Warum" nochmal erklärt oder den Link zur Huffington Post, falls du ihn selbst noch nicht hast, findest du in den Show Notes. Die Show Notes haben den Link www.affenblog.de/002. Und wenn du das bei iTunes hörst und dir dieser Podcast bisher gefällt, dann tue uns einen Gefallen und abonniere ihn und bewerte ihn direkt. Das hilft uns, die Blogospähre im deutschen Raum aufzumischen und uns bei iTunes oben zu halten, das wäre richtig, richtig geil. Und ja, Vladi, was meinst du – Feierabend?

Vladislav: Feierabend, find ich gut!

Gordon: Alles klar, bis dahin, ciao.

Vladislav: Bis denne, ciao ciao.

Schön, dass du dabei warst. Wenn dir dieser Podcast gefallen hat, dann bewerte uns bei iTunes. Bis zum nächsten Mal!

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9 Kommentare

  • Hallo Grodon & Vladi,

    Super Episode. Ich habe das Problem lösen auch viel zu lange ignoriert und mich nur auf Keyword-Recherche fokussiert. Seit dem ich mich auf das Problem meiner Kunden fokussiere läuft es deutlich besser.

    Gruß Tobias
  • Hallo Tobias,

    verrückt, oder?! ;)
    Bloß weil man den Inhalt der Artikel verändert und Probleme löst, wird der Blog besser.
    Ist für mich immer noch etwas Magie.

    Super, dass du erfolgreich bist.

    Bis dahin,

    Gordon
  • Hey Tobias,

    danke dir! Keyword-Recherche ist nicht ganz unwichtig, aber zuerst sollte immer das Problem lösen kommen :)
  • Schöne Episode. Besonders wichtig finde Ich persönlich, dass man nicht nur ein Problem löst (dazu kann der Leser auch kostenlose Bücher in der Bibliothek wälzen), sondern ein Problem für den Leser möglichst einfach und angenehm löst - also mit Bildern, Videos oder eben Podcasts.
    Ich werde mich jetzt auch mal daran setzten eine kleine einführende PDF für E-Mail Abonnenten meines Blogs zu basteln. Freu mich schon auf die nächste Episode.
    Gruß,

    Claudius
  • Hallo Claudius,

    da bin ich ganz bei dir. Gut, die Arten WIE man Probleme löst, werden wir in den nächsten Monaten noch im Detail im Programm haben.
    Aber wie cool ist es, dass du schon zu einem PDF für deinen Tribe inspiriert wurdest?! ;)

    Grüße,

    Gordon
  • Verdammt, bei gedrosseltem Internet ist es definitiv schwer anzuhören :O

    Macht ihr verdammt gut Männer, langsam wird Vladi auch warm ;)

    Ich bin eher der Meinung, dass man zuerst sein Thema finden muss, worüber man bloggen will. Erst danach sollte die Problemfindung stattfinden.

    Viele Menschen wissen noch gar nicht, über welches Thema sie schreiben sollen. Ihnen dann zuerst zu sagen, sie sollen ein Problem lösen, würde meiner Meinung nach die Sache am Anfang verkomplizieren.

    Viele Grüße
    Vladimir

    P.S.: Gordon, hattest du einen bestimmten Kontakt zu der Post, oder hast dich eine der Impressum Mail gewendet für deine Artikel?
  • Vladimir,

    da bin ich ganz bei dir. Das Thema morgen wird auch die Zielgruppe sein und dann schließt sich auch der Problem-Kreis. Diese beiden Felden gehören unbedingt zusammen. Wir wollten sie nur nicht in eine Episode packen, weil das sonst zu viel geworden wäre.
    Ich habe keinen bestimmten Kontakt zur Post - nur ein gutes Thema. ;)

    Grüße,

    Gordon
  • Leider funktionieren die Podcasts auf dem Android Handy nicht.
  • Hallo Moses,

    wir haben den Feed jetzt auch bei Stitcher eingegeben und hoffen, dass der morgen online ist. Dann kann man den Podcast auch darüber hören.
    Klappt den der Feed nicht mit deinem Podcatcher? Oder kannst du die Episode auch nicht auf der Seite hören?
    Der Feed ist der hier: http://affenonair.podcaster.de/affenonair.rss

    Beste Grüße,

    Gordon

Was denkst du?

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