Spielt SEO im Inbound Marketing überhaupt noch eine bedeutende Rolle?

Lass dich finden.

Genau darum geht’s beim Inbound Marketing. Es geht darum, hochwertigen Content zu erstellen, um damit gefunden zu werden.

Damit ziehst du potenzielle Kunden an, baust eine Beziehung zu ihnen auf und machst diese langsam zu Kunden.

Erstelle Content und die Menschen kommen von alleine, heißt die Devise.

Alles schön und gut. Aber solltest du SEO komplett aus den Augen verlieren? Solltest du Content nur für den Menschen erstellen?

Nein, nicht ganz. Aber lass mich weiter ausholen. Fangen wir ganz einfach an und definieren zuerst die Begriffe.

Was ist SEO genau?

SEO ist ein Akronym und steht für Search Engine Optimization. Zu Deutsch also Suchmaschinenoptimierung.

Im Kern geht es darum, mit gewissen Mitteln und Wegen, die Sichtbarkeit deiner Webseite in den organsichen Suchergebnisseiten zu steigern.

Es geht also darum, dass deine Seiten für relevante Phrasen so hoch wie möglich gelistet werden.

Durch die Suchmaschinenoptimierung kommen mehr Menschen auf deine Webseite, die aktiv nach einer Lösung suchen. Das ist auch der größte Vorteil hierbei.

Die Absicht der potenziellen Kunden ist nämlich entscheidend. Anders als z. B. auf Social Media hat der Suchende hier ein bestimmtes Ziel.

Wenn du etwas tiefer in dieses Thema eintauchen möchtest, dann schaue mal hier vorbei.

Was ist Inbound Marketing genau?

Wie bereits erwähnt, geht’s beim Inbound Marketing darum, von deinem potenziellen Kunden gefunden zu werden.

Es geht darum, hochwertigen Content zu erstellen, der ein Problem deiner Zielgruppe löst. Oder anders gesagt: Es geht darum, Content entlang der Customer Journey zu liefern.

Dieser Content kann jetzt ein Blogartikel, eine Podcast-Episode, ein Video, eine Infografik oder sonst etwas sein, was dir einfällt.

Dein Kunde braucht nur einen Grund, um deine Webseite zu besuchen. Ohne guten Content gibt es keinen guten Grund. Deshalb geht’s hier auch immer darum, zur „Go to“-Ressource in deiner Branche zu werden.

Im Groben besteht Inbound Marketing aus folgenden Marketingmethoden: Content Marketing, Social Media Marketing, E-Mail-Marketing und Landing Pages. Und, aus einem sehr wichtigen Punkt: SEO!

Inbound Marketing ist also ein harmonischer Mix aus Methoden, Taktiken und Strategien, die das Ziel haben, dass dich dein potenzieller Kunde aus freien Stücken findet, bei dir bleibt, dein Kunde wird und danach so begeistert ist, dass er seinem Umfeld davon erzählt.

Genau deshalb passt SEO auch perfekt in diesen Mix. Findest du nicht?

SEO ohne Inbound Marketing

Früher war SEO eine eigenständige Marketingmethode, die komplett unabhängig arbeiten konnte. Damals ging es im Kern um folgende zwei Elemente:

Keywords und Links.

Die richtigen Keywords an der richtigen Stelle haben der Suchmaschine suggeriert, dass die Seite relevant war. Die Links von anderen relevanten Quellen waren wiederrum ein Zeichen des Vertrauens in die Autorität. Hier gibt’s wieder mehr dazu.

Deshalb konntest du in den Anfangszeiten einfach eine Menge Keywords unterm Content oder im Hintergrund (also Textfarbe gleich Hintergrundfarbe) stopfen und damit gute Positionen ergaunern.

Später konntest du dich auf klassische Linkbuilding-Maßnahmen fokussieren und versuchen, Links von anderen autoritären Quellen zu ergattern oder sogar zu kaufen.

Aber diese Zeiten sind längst vorbei. Und waren auch noch nie so ganz koscher.

Das haben natürlich auch die Suchmaschinen gemerkt und ihre Algorithmen in den letzten Jahren ordentlich angepasst. Google hat mit seinen tierischen Updates SEO grundlegend verändert. Vor allem mit diesen drei:

  • PandaHier ging es darum, dass die Qualität deiner Webseite und deines Inhalts noch wichtiger wurde.
  • PinguinHier ging es darum, dass das natürliche Linkprofil sowie die natürliche Keywordverwendung noch wichtiger wurde.
  • HummingbirdHier ging es darum, dass natürliche Suchphrasen noch besser interpretiert und somit Longtail Keywords noch wichtiger wurden.

Suchmaschinen optimieren ihre Algorithmen ständig mit dem Ziel, dem Suchenden das bestmögliche Ergebnis zu liefern. Deshalb würde ich nie versuchen, die Suchmaschine auszutricksen. Das ist keine nachhaltige Marketingstrategie.

Heute sind Keywords und Links zwar immer noch wichtig, aber es kamen eine Menge anderer Rankingfaktoren hinzu. Heute geht’s bei der Suchmaschinenoptimierung dabei, hochwertigen Content zu erstellen, der auf natürliche Art und Weise Links bekommt. Es geht darum, deine Kunden zu begeistern und fast schon atemberaubende Webseiten zu erstellen.

Heute kann SEO nicht mehr als eigenständiger Bestandteil angesehen werden. Heute sind SEO und Inbound Marketing fest miteinander integriert.

SEO im Inbound Marketing

Die Trends der letzten Jahre malen ein klares Bild: Die Zukunft der Suchmaschinenoptimierung sieht wie Inbound Marketing aus.

Passen dazu sagt Lee Odden so schön:

Was bringt es, wenn großartiger Content da ist, ihn aber niemand finden kann?

Hier ist die Suchmaschine ein verdammt guter Weg, um sicherzugehen, dass dein Content gefunden wird. Vor allem weil, wie bereits erwähnt, die Absicht im Spiel ist. Dein potenzieller Kunde sucht aktiv nach Content.

Vor allem wenn du langfristig skalieren möchtest, kommst du um SEO nicht herum. Hiten Shah zeigt in seinem Content Marketing Playbook noch mal schön die Trafficverteilung von kleineren Webseiten:

traffic-sources-blog-small

Und von größeren Webseiten:

traffic-sources-blog-big

Du siehst bei den größeren Webseiten, dass die Suchmaschine die primäre Trafficquelle ist. Das macht auch Sinn, denn es gibt viel mehr Suchanfragen, als Menschen, die deine Message verbreiten können.

Beim Inbound-Marketing-Prozess geht’s darum, dass dein Content neue Kunden anzieht, sie unterhält, konvertiert und begeistert. Wenn du das verstehst, kannst du deinen Content um diese Themen planen und deinem potenziellen Kunden die Informationen liefern, die er haben möchte.

Und wie findest du diese Themen am besten heraus? Indem du die gute alte Keyword-Recherche betreibst. Generell solltest du immer sichergehen, dass du die Sprache deiner Zielgruppe sprichst und die Wörter verwendest, die sie verwenden. Zusätzlich sollte dein Content weiterführende Quellen liefern, damit der Konsument noch tiefer eintauchen kann. Abschließend solltest du deinen Inhalt promoten und dafür sorgen, dass dieser genug Aufmerksamkeit bekommt. Zu guter Letzt trackst du noch deine Ergebnisse und schaust, wie gut dein Content bei der Zielgruppe ankam und was du noch verbessern kannst.

Das klingt alles nach Inbound Marketing (Sprache des Publikums sprechen, weiterführende Quellen, Mehrwert liefern, Promotion, Tracking). Aber auch nach SEO (Keyword-Recherche, interne Links, externe Links, Ranktracking), oder?

Du siehst, die Elemente schließen sich nicht aus, sondern arbeiten perfekt zusammen. Ich möchte Inbound Marketing ohne SEO nicht missen.

Fazit

Oberflächlich betrachtet haben SEO und Inbound Marketing vielleicht signifikante Unterschiede. Aber beide haben eine Sache gemeinsam: den Kunden!

Wenn das Ganze ein Supermarkt wäre, würde SEO dafür sorgen, dass mehr und die richtigen potenziellen Kunden in den Laden kommen. Inbound Marketing wäre dagegen dafür da, dass mehr Besucher kommen, aber auch dass diese das bekommen, was sie brauchen.

SEO ist großartig. Aber eben nur ein Puzzleteil von etwas Größerem. Wenn du SEO und Inbound Marketing miteinander kombinierst, bekommst du eine ganzheitliche und effektive Marketingstrategie.

Heute sind die Bots der Suchmaschinen zwar intelligent, aber immer noch nicht so schlau, dass sie die menschliche Denkweise nachbilden können. Und solange diese immer noch ein bisschen dumm sind, müssen wir es ihnen erklären.

Deshalb solltest du immer guten Content für den Menschen erstellen, ihn aber danach für die Suchmaschine anpassen. Und wie das geht, das besprechen wir im nächsten Beitrag. Stay tuned!

Wie wichtig ist SEO für dich?

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23 Kommentare

  • Danke für deinen empfehlenswerten Beitrag. Viele gute Tipps und Vorgehensweisen konnte ich für mich mitnehmen. Generell habe ich in der Vergangenheit immer versucht Qualität über Gastbeiträge als Web-Mehrwert beizusteuern. Recht Gute Erfahrung auch fürs SEO aber auch Referal. Beste Grüsse Tom
  • Treffender Artikel, das ist auch meiner Meinung!
    Hat sehr viel Spaß gemacht beim lesen.
    Danke Vladislav
  • Meine Rede... Content is King! Nach wie vor und das wird sich auch nicht ändern. Nur nach SEO Gesichtspunkten schreiben und den Leser außer Acht lassen geht einfach nicht mehr. Das weiß ja nun auch Google ;-)
  • Ja sehe ich genauso. Moritz Bauer hat das in seinem Artikel auch nochmal deutlich gemacht.
    Für mich ist SEO extrem wichtig und reicht auch als einzige Traffic Quelle durch die hohen Suchvolumen. Es zahlt sich halt erst long-term aus mittlerweile. Was aber auch i. O. ist weil dadurch geben die get-rich-quick Leute schnell auf.
  • Wer über die Suchmaschine den Weg zu einem Blogartikel findet, hat ja explizit danach gesucht.

    Das Ziel sollte also wiedermal sein Probleme mit Hilfe von Blogartikel zu lösen.

    Hat Beispielsweise jemand das Probleme: Haarausfall..

    Dann könnte man eine Artikel zu den spezifischen Suchanfragen mit dem Keyword Haarausfall schreiben und dem Suchenden mit dem Artikel helfen.
  • Hey Vladislav,

    wie würdest du den manuellen Linkaufbau als kleinen Anstoß für den frischen, hochwertigen Content bewerten? Ich würde nämlich gerneein Grundrauschen um meine Seite erzeugen, denn viele meiner Kunden wissen nicht, dass es ein Gesetz gibt, dass ihnen vorschreibt, dass sie meine Dienstleistung (oder die eine Konkurrenten) zwingend in Anspruch nehmen müssen.

    Bin auf deine Meinung gespannt!

    VG Thomas
  • Hey Vladislav,

    sehr guter Artikel. Ich will ohnehin ein dickes Lob dalassen. Ich bin gerade dabei nach meinem "Hauptblog" (&YT-Kanal) meinen persönlichen Blog aufzubauen und besuche deshalb jetzt wieder den affenblog.

    Klasse, wie sich das Ding entwickelt hat und vielen Dank für die vielen Tipps hier. Ich werde versuchen das Gelernte aus den letzten 2 1/2 Jahren Blogging anzuwenden, um wieder von Null zu starten. Und da ist dein (inzwischen besser: euer) Blog nach wie vor meine Anlaufstelle #1.
  • Vielen Dank für die ganzen spannenden Artikel. Nach und nach verstehe ich immer mehr, wie ich die Techniken einsetzen kann, obwohl ich mich immer als reinen User betrachtet habe. Mit Deinem Affenbuch hat übrigens alles angefangen und die Mails erweitern mein Verständnis ständig!
  • Hi Natascha,

    keine Ursache! Sehr cool, freut mich!
  • Hallo Vladislav,

    Wieder mal ein super Artikel. Das Thema SEO schiebt man am Anfang gern vor sich her da es nicht so recht greifbar ist. Ich bin ganz deiner Meinung, man muss es ganzheitlich sehen und so wird dann eine Strategie daraus.
  • Hey,
    cooler Beitrag! Wie immer halt, gut erklärt und vor allem verständlich.

    Im Grunde macht man ja schon automatisch SEO mit, vor allem bei Blogs ist es ja so, wenn man einen Artikel schreibt, dass man schon SEO macht, ohne das man es beabsichtigt.

    Wenn man gute Inhalte schreibt, vor allem lange und ausführliche Inhalte für den Kunden, die auch weiterhelfen, hat man ja schon bereits einen Teil der Suchmaschinenoptimierung erledigt. Google liebt bekanntlich lange Inhalte, genauso liebt Google es auch, wenn man Usern hilft. Und zu einem guten Inhalt gehört ja auch eine gute Struktur - ein guter Aufbau. Dazu zählt ja auch, dass man den Text gliedert, in Absätzen - mit Überschriften.

    Man kann hier also gar nichts anderes behaupten, als das SEO eine Rolle im Inbound Marketing spielt - eine sehr große sogar. SEO ist ja schon lange nicht mehr nur: "Schreibe Texte für die Suchmaschine". Sondern eher "Schreibe Texte für den User".

    LG
    Der Brian
  • Hi Brian,

    danke dir! Genau! Im Grunde machen Content Marketer immer "automatisch" SEO. Dennoch sollte man es ein bisschen anpassen. Darüber geht's ja im nächsten Beitrag! Auch ein interessanter Gedanke: "Inbound Marketing ohne SEO geht gar nicht!" :)
  • Interessanter Artikel. Ich lerne beim SEO immer noch dazu. Anfang Juni ging unser Blog ins Netz und seitdem sind wir dank guter Tipps und deren Umsetzung von Seite 8 auf Seite 3-4 gewandert.
    Danke
  • Vielen Dank fürs neugierig machen 😪 Ich habe echt große Probleme mit SEO und hoffe sehr, dass es besser wird.

    Danke

    Anna
  • Hi Anna,

    keine Ursache! Einfach den affenblog weiterverfolgen, dann klappt das schon!
  • Was Vladislav geschrieben hat, trifft den Nagel auf den Kopf! :-)

    1.) Erst einen Artikel schreiben, den die Leser gut finden. (content is king!)

    2.) Den Artikel dann für Suchmaschinen optimieren.

    Wobei das Thema Suchmaschinenoptimierung schon ziemlich schwierig und komplex ist. Da muss ich dir recht geben, Anna!
  • Ich habe versucht meine Website bereits von Anfang an auf SEO zu optimieren. Vor allem durch die Tipps im Affenblog ist mir das bisher gut gelungen :)

    Ich hoffe nach 3 bis 6 Monaten auf Seite 1 zu sein. Wie lange hat das bei dir so gedauert bis deine SEO Massnahmen gefruchtet haben?

    Liebe Grüsse
    Dominic
  • Hi Dominic,

    sehr cool! Ja, das kann schnell gehen, in manchen Fällen. Aber ich würde auch so mit 6-12 Monaten rechnen.
  • Wie bei allen deinen Beiträgen, einfach und knackig erklärt! Super, vielen Dank!
    Viele Grüße, Ann-Christin
  • Hi Ann-Christin,

    besten Dank, freut mich! :)

Was denkst du?